Game of Thrones ist keine vorhersehbare Serie, ganz im Gegenteil. Es ist eine Serie, die uns in emotionale Abgründe stürzt, traumatisiert und schließlich fassungslos auf der Couch zurücklässt, sobald der gefürchtete, aber unvermeidliche Creditscreen abrollt. Hier sind fünf OMG-Momente der letzten Game of Thrones Episode „The Spoils of War“.

Spoiler Alarm!

Der Kampf beginnt

Chronologie aus dem Fenster, der OMG Moment schlechthin der gesamten Episode war gänzlich die Schlacht am Ende der Folge. Mit dem Donnern der Dothraki Hufe begann eine der grausamsten Hinrichtungen, denn eine ausgeglichene Schlacht war es kaum, in der Seriengeschichte. Hunderte Soldaten, die nunmal leider auf der falschen Seite standen, sollten verbrannt werden und zwar durch gnadenloses Drachenfeuer. Wer nicht brannte, wurde von den erbarmungslosen Dothraki geholt. Alles während Daenerys ihre Runden im Himmel auf dem Rücken von Drogon drehte – die Frage drängt sich nun auf: Wird sie größenwahnsinnig? Der Kampf am Boden war rasch gewonnen, doch sie lenkte ihren kolossalen Drachen abermals und abermals zurück in das Geschehen, mehr Feuer, mehr Flammen. Jeder sah es kommen, Bronn würde einen Pfeil treffen und das tat er dann auch – Daenerys had it coming, kann man da nur murmeln. Der Fall folgte dem Hochmut, aber dann doch nicht ganz. Drogon schafft es, die Verwundung kurzzeitig abzuschütteln und röstet Bronn daraufhin beinahe. Diesen retteten lediglich seine ausgezeichneten Überlebensinstinkte. Diese letzten 15 Minuten der Episode ließen nicht nur uns Zuseher ungläubig vor dem Bildschirm sitzen, auch Jaime Lannister stand beinahe die gesamte Dauer der Szene über mit offenem Mund da.

Tyrions Überzeugung

Tyrion bringt uns dieses Mal einen weiteren OMG Moment, wenn auch etwas subtiler als auf dem Rücken eines feuerspeienden Drachens. Die aktuelle Episode zeigte ganz klar, dass es ziemlich willkürlich sein konnte, auf wessen Seite man stand und auf wen man in kürzester Zeit im Kampf treffen konnte. Dickon Tarly machte diese schmerzhafte Erfahrung in Highgarden. Ähnliches könnte Tyrion durch den Kopf gegangen sein, als er die unzähligen „Westerosi“ dahinbrennen sah. Cersei war Tyrions Gegnerin, nicht die Personen hinter den Lannister Rüstungen, nicht der „einfache Bewohner von Westeros“. Zwar entschied sich Daenerys dagegen, die Red Keep anzugreifen und King’s Landing samt Bewohner in einen Haufen Asche zu verwandeln, doch bleibt ein bitterer Beigeschmack in der Verheerung, die sie und ihre Armee anrichteten. Und Tyrions Blick auf das grauenhaft Kriegsgeschehen enthält keinen Funken der Überzeugung, die Missandei noch kurz zuvor gegenüber Jon und Davos gepredigt hatte. Müssen wir uns Sorgen um unseren Lieblings-Dwarf machen?

Children of the Forest

In der Vergangenheit lebten die Kinder des Waldes auf der Insel Drachenstein und scheinbar Seite an Seite mit den ersten Menschen. Das erscheint an sich wenig überraschend, wären da nicht die ausgiebigen Zeichnungen, die den Kampf von Menschen und Kindern des Waldes gegen den Nachtkönig dokumentieren. Viel verraten diese uns jedoch nicht, gerade soviel, dass Daenerys der Sache langsam Glauben schenkt. Dennoch, und hier beginnt das Haareraufen, Queen Daenerys verlangt nach wie vor von Jon, dass er vor ihr kniet. Das Argument, den eigenen Stolz zu überkommen, funktioniert freilich in beide Richtungen. Einstweilen bedeutet das nur eines: Sackgasse – und der Nachtkönig plant un agiert unbescholten weiter, wahrscheinlich bis eine kritische Nachricht eintrudelt. Vermutlich wird der Bote kein geringerer Sein als Tormund.

Arya und Brienne

Arya ist zuhause. Zurückgekehrt nach Winterfell ist sie aber keineswegs mehr das kleine Mädchen von zu Beginn der Geschichte, das merkt man nun deutlicher denn je. Die Erfahrungen und Erlebnisse stehen ihr ins Gesicht geschrieben, gezeichnet durch das Leben und den Tod ist sie vielleicht mehr eine Lady Stark, als Sansa das je sein könnte. Doch ganz so wird es mit dem „lady-like“ doch nichts werden, deshalb ist ein erneutes Aufeinandertreffen mit Brienne schließlich unvermeidlich, sind sich die beiden doch so ähnlich und gleichzeitig verschieden. Arya und Brienne lassen sich auf einen Tanz der Klingen ein, der beide in eine regelrechte Trance des Kampfes versetzt und so zu einer fesselnden, aber zur Abwechslung verhältnismässig ungefährlichen Szene führt. Schlussendlich ist es wenig von Belang, ob nun Brienne oder Arya die Oberhand behält. Das Aufeinandertreffen dieser beiden Schwertkämpferinnen verdeutlicht in erster Linie, auf welch außergewöhnliche Art und Weise beide Charaktere sich über den Lauf der Staffeln entwickelt haben.

„Chaos is a Ladder“

Als Bran diese Worte Littlefinger mitteilte, scheinen sie erst rein kryptisch. Was mag der Three-Eyed-Raven wohl nun wieder wissen, womöglich alles? Mira bringt kurz nach der Begegnung die Sache auf den Punkt: Wen wir hier sehen, ist einfach nicht mehr Brandon Stark. Es handelt sich um eine komplett andere Entität, etwas anderes, namhaft nur als „Three-Eyed-Raven“ eben. „Chaos is a ladder“ schien Baelish mindestens genauso zu verwirren, wie es uns tat. Zumindest erzählte Bran ihm nicht, wie wunderschön er war, als ….

Brans Worte an Littlefinger sind weniger kryptisch, sobald man sich eine Szene aus Staffel 3, lange ist es her, in Erinnerung ruft. In einem Gespräch mit Lord Varys konfrontierte Baelish sein Gegenüber mit exakt diesen Worten. „Chaos isn’t a pit. Chaos is a ladder.

Littlefinger plante damals, diesen Umstand, das Chaos in Form einer Leiter, gänzlich zu seinen Gunsten zu nutzen. Bran offenbarte ihm in dieser Szene also sein Wissen über einen fast schon intimen, handlungsleitenden Gedanken. Wenn Wissen Macht ist, dann trifft dies ganz besonders auf Lord Baelish zu.

Honorable Mention: Daenerys und Missandei unterhalten sich über Greyworm. Epic.

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